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Technologie  26.02.2020 (Archiv)

8 Mio. Elektroautos

Im Jahr 2019 ist der Bestand an Elektroautos weltweit auf rund 7,9 Millionen gestiegen – ein Plus von 2,3 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Neuzulassungen wuchs gegenüber 2018 jedoch nur geringfügig. Mit insgesamt 3,8 Millionen E-Autos liegt China weltweit auf Platz eins, gefolgt von den USA mit knapp 1,5 Millionen. In beiden war die Wachstumsrate der Neuzulassungen rückläufig. In Deutschland entwickelte sich der Markt dagegen weiter positiv, wenn auch auf niedrigerem Niveau: Hierzulande rollten Ende 2019 knapp 231.000 Stromer über die Straßen.

Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Nach Angaben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verbuchte Tesla weltweit mit 361.000 die meisten Neuzulassungen 2019. Deutsche Hersteller haben sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert: BMW liegt weltweit auf Platz fünf mit 114.500 Elektroautos. VW erreicht Rang sechs.

Die Neuzulassungen haben im Jahr 2019 mit weltweit 2,3 Millionen Fahrzeugen einen neuen Höchstwert erreicht. Die globale Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr beträgt jedoch nur noch vier Prozent, nach 74 Prozent im Vorjahr. Diese Entwicklung ist besonders auf eine reduzierte Förderung für batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge in China und den USA zurückzuführen. Dennoch wurde in diesen Ländern das Vorjahresniveau an Neuzulassungen annähernd erreicht: Im Reich der Mitte wurden 1.204.000 Neuzulassungen registriert (minus 52.000), in den USA 329.500 (minus 31.800).

In Deutschland stieg das Wachstum der Neuzulassungen entgegen dem internationalen Trend weiter an – von 24 Prozent im Vorjahr auf 61 Prozent. Mit 108.600 neu zugelassenen Elektroautos liegt Deutschland weltweit nunmehr auf dem dritten Rang und damit um einen Platz besser als im vorigen Jahr. Auf dem vierten Rang folgt Norwegen. Dort betrugen die Neuzulassungen 81.540.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Anteilen an den gesamten Pkw-Neuzulassungen. In Norwegen fährt mehr als jeder zweite neue Pkw, 57 Prozent, elektrisch. Dies ist weltweit spitze. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen drei Prozent, in China fünf Prozent, in den USA zwei Prozent.

Blickt man auf die Bestandszahlen, folgt nach China und den USA Norwegen mit 370.800 E-Fahrzeugen. Auf Platz vier liegt Japan mit rund 300.000. Danach folgen Frankreich mit 274.100 und das Vereinigte Königreich mit 235.700. Deutschland steht mit 230.700 Stromern auf Platz sieben – ebenfalls eine Verbesserung um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr.

„Zwar ist die Wachstumsrate der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in Deutschland relativ hoch, der Markt bewegt sich jedoch nach wie vor auf zu niedrigem Niveau“, sagt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. „Für das Ziel der deutschen Bundesregierung – ein Bestand von sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeugen bis 2030 – muss deutlich mehr Bewegung in die Entwicklung kommen.“

Bei den kumulierten Neuzulassungen liegt Tesla mit über 875.000 Elektro-Pkw vorne. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die chinesischen Hersteller BYD (rund 737.000) und BAIC (480.000). Auf den Plätzen fünf und sechs liegen zwei deutsche Konzerne: BMW (398.000) und VW (351.000).

Auch bei den Neuzulassungen 2019 steht Tesla mit 361.000 unangefochten an der Spitze. Danach folgen BYD (219.000), BAIC (158.000) und SAIC (126.000) – alle drei sind chinesische Unternehmen. BMW und VW belegen hier ebenfalls die Ränge fünf (115.000) und sechs (93.000). Der Abstand zur Weltspitze ist damit deutlich: Die Neuzulassungen von Tesla sind in Summe wesentlich größer als die von BMW und VW zusammen.

Den Spitzenplatz bei den kumulierten Neuzulassungen erreicht das Model 3 von Tesla nach nicht einmal drei vollen Jahren Verkaufszeitraum: 445.000 zugelassene Exemplare. Die noch im Vorjahr meistzugelassenen Modelle Nissan Leaf und Tesla Model S folgen mit 434.000 und 281.000. Einziges deutsches Modell in den Top 10 bei den kumulierten Neuzulassungen ist der BMW i3 mit über 155.000 Zulassungen.

Auch bei den Neuzulassungen 2019 liegt das Model 3 von Tesla mit 297.000 deutlich vorne. Mit großem Abstand folgen BAIC EU-Series (111.000) und BYD Yuan (68.000). Bestes deutsches Ergebnis erzielten die Plug-in-Hybride der BMW 5er-Reihe mit 46.000 verkauften Modellen (Platz sechs). Insgesamt fällt auf, dass sieben von zehn Modellen in den Top 10 der Neuzulassungen rein batterieelektrische Modelle sind.

Richtet man den Fokus ausschließlich auf den deutschen Neuzulassungsmarkt, zeigt sich ein anderes Bild im Vergleich zu den weltweiten Zahlen: Der Renault Zoe behauptet mit 9430 Exemplaren weiterhin Platz eins. Knapp dahinter liegen der BMW i3 (9380 – hier sind die batterieelektrische und die Variante mit Range Extender addiert) und das Model 3 von Tesla (9010).

„Die Zahlen zeigen, dass es trotz einzelner Erfolge breiterer Anstrengungen der deutschen Hersteller bedarf, um mit der Weltspitze mitzuhalten“, so Staiß. „Ein Markterfolg der angekündigten E-Modelle ist für die deutsche Automobilindustrie unerlässlich.“ Das könnte auch Strafzahlungen deutscher Autobauer in Milliardenhöhe vermeiden: Ab 2021 sind hohe Strafzahlungen fällig, wenn die verkaufte Fahrzeugflotte im Durchschnitt zu viel CO₂ ausstößt. Diese Mittel könnten stattdessen für Investitionen und Wertschöpfung in Deutschland verwendet werden – etwa für eine eigene Batteriezellproduktion.

Für die vorliegende Auswertung wurden Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit ausschließlich batterieelektrischem Antrieb oder mit Range Extender sowie Plug-in-Hybride erfasst, also alle Fahrzeuge, die extern aufgeladen werden können. Nicht berücksichtigt wurden daher so genannte Voll-Hybridfahrzeuge, die mit einer vergleichsweise kleinen Batterie zwar über kürzere Distanzen elektrisch fahren, aber nicht extern aufgeladen werden können, sowie Mild-Hybridfahrzeuge und Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Die Auswertung basiert unter anderem auf Daten des Kraftfahrtbundesamts sowie internationaler Behörden und Verbände.

ampnet/red

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