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Aktuell  13.12.2007 (Archiv)

Klima und Irrtümer

Nach der Brochure des Verbandes der Autoindustrie bringt auch der ARBÖ die Fakten auf den Tisch, die im Zusammenhang mit dem Umweltschutz immer wieder falsch dargestellt werden. Hier finden Sie die Argumentationshilfe für Autofahrer.

'Was wir brauchen, ist eine sachliche Diskussion, die nur auf Fakten aufbauen kann', meint ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil. Hier die wichtigsten Irrtümer im Überblick:

Verkehr ist der Klimakiller Nummer eins

Hauptverursacher von Treibhausgasen in Österreich ist nicht der Verkehr, sondern die Industrie mit 27 Prozent. Auf den Verkehr entfallen 17 Prozent. Auf 26 Prozent beim Verkehr käme man nur, wenn man auch jene 9 Prozent der Treibhausgasemissionen hinzuzählen würde, die durch die Tankexporte zustande kommen.

   


Bei den Treibhausgasen durch PKW gab es die größten Steigerungen

Zwischen 1990 und 2005 sind die gesamten Treibhausgase in Österreich um 18 Prozent gestiegen. Die Treibhausgase durch PKW im Inland sind in diesem Zeitraum um 11 Prozent gestiegen, obwohl die Zahl der PKW um 39 Prozent zugenommen hat.

Tanktourismus verschmutzt heimische Umwelt

Unter Tanktourismus stellt sich 'Otto Normalverbraucher' vor, dass jemand viele Kilometer fährt, nur um in Österreich günstiger zu tanken und damit die heimische Umwelt zu verschmutzen. Davon kann keine Rede sein. Sondern man tanket in Österreich noch einmal voll, bevor man nach Italien oder Deutschland weiterfahrt. Sonst würde eben anderswo getankt.

Man braucht nur die Mineralölsteuer zu erhöhen und erreicht das Kioto-Ziel

Wahr ist vielmehr: Der Tankexport ist für Österreich ein gutes Geschäft. Allein an Mineralölsteuer fließen dem Fiskus dadurch jährlich 900 Mio. Euro zu (davon zirka 500 Mio. dem Bund, der Rest an Länder und Gemeinden). Umgelegt auf die 8 Mio. Tonnen CO2 , die wir dadurch auf dem Papier zugeschanzt bekommen, sind das Einnahmen von 112 Mio. pro Tonne. Zum Vergleich: Der 'Freikauf' von einer Tonne CO2 kostet derzeit 45 Euro (nicht Mio.!).

Egal wie teuer Sprit wird - die Autofahrer fahren weiter

Wahr ist vielmehr: Schon seit 2005 ist der CO2-Ausstoss durch PKW in Österreich gesunken. Und im Jahr 2006 ist der gesamte Treibstoffmarkt in Österreich um 2,5 Prozent zurückgegangen - erstmals seit 11 Jahren!!

Kioto-Ziel wird von Verkehr nicht erfüllt

Die aktuelle Diskussion stützt sich auf völlig veralterte Zahlen aus dem Jahr 2005 (aus denen aber immerhin ein Rückgang der CO2-Emissionen durch PKW hervorgeht). Die seitdem getroffenen Verbesserungen wurden nicht berücksichtigt: Die Beimischung zu Biodiesel seit Oktober 2005 und das Schrumpfen des Treibstoffmarktes im Jahr 2006. Nach ARBÖ-Berechnungen ist es den Autofahrern allein im Jahr 2006 insgesamt gelungen, weitere 1,3 Mio. Tonnen CO2 einzusparen. Ohne Tankexporte erfüllt der Verkehrsbereich das für ihn fixierte Kioto-Ziel.

Es gibt keine fahrleistungsabhängige CO2-Steuer

Die gibt es. Das ist die Mineralölsteuer. Bei jedem Liter Treibstoff, der verbraucht wird, muss eine fixe Summe an Mineralölsteuer bezahlt werden. 34,2 Cent bei jedem Liter Diesel, 44,2 Cent bei jedem Liter Benzin. Also: Wer mehr fährt, zahlt mehr. Wer einen größeren Spritfresser fährt, zahlt auch mehr. Das ist eine lupenreine fahrleistungsabhängige CO2-Steuer

Die 'höhere' Erhöhung der Mineralölsteuer wird fürs Klima ausgegeben

Finanzminister Molterer hat versprochen, die höhere Erhöhung der Mineralölsteuer (+ 5 Cent bei Diesel statt +3, +3 Cent bei Benzin statt +1) für Klimaschutz ausgeben zu wollen. Bisher ist das nicht erfolgt. Fürs letzte halbe Jahr 2007 hätten 110 Millionen Euro ausgeben werden müssen (davon 80 Mio. vom Bund). Der Klimafonds hat aber nur 45 Mio. ausgegeben. Im gesamten nächsten Jahr müssten es 220 Mio. Euro sein (160 Mio. vom Bund), aber der Umweltfonds ist nur mit 150 Mio. dotiert.

ARBÖ

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