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Aktuell  06.09.2006 (Archiv)

Chevrolet Captiva

Erfolg hat Folgen, nicht nur finanzielle. Erst kommt trotz oder wegen des neuen Markennamens der Erfolg von Chevrolet im Markt, dann als Konsequenz davon eine in Europa für die Marke bisher unvorstellbare Modellfülle.

So gibt es vom Sport Utility Vehicle (SUV) Captiva, der das Angebot nach oben abrundet, gleich eine Vielzahl von Varianten - mit fünf oder sieben Sitzen, Frontantrieb oder Allradantrieb einem Vierzylinder- und einem Sechszylinder-Benziner oder mit dem ersten Diesel in der jungen Geschichte der Marke mit dem alten amerikanischen Namen.



Zum neuen Image der Marke und zum Selbstverständnis ihrer Macher gehört der Anspruch, möglichst viel Auto für kleines Geld auf die Räder zu stellen. Das erreicht man mit der Produktion in Korea, wo der Captiva vom selben Band rollt wie das Opel-SUV Antara, mit dem Verzicht auf Innovationen und dem Weglassen von Ausstattung, die ein Chevrolet-Fahrer nicht unbedingt braucht.

Das Weglassen akzeptiert der Kunde aber in dieser Fahrzeug-Klasse nicht mehr. Deswegen hat man beim Chevrolet Captiva den anderen Weg beschritten und bietet das Auto mit nahezu kompletter Ausstattung an. Nur Metallic-Lack und Schiebedach sind aufpreispflichtig.

Der Captiva ist der amerikanischste der europäischen Chevrolets. Das gilt nicht nur für das Konzept als SUV, die Länge von 4,64 Meter und sein Leergewicht von rund 1900 Kilogramm. Auch die Auslegung des Fahrzeugs unterscheidet sich von seinen europäischen Wettbewerbern im Markt. Hier geht Komfort vor Straßenlage. Zur relativ weichen Federung mit Neigung zum Wanken in schnellen Kurven gesellen sich relativ weiche Sitze mit recht wenig Seitenhalt. Solch eine Abstimmung findet bestimmt Freunde unter denen, die nicht auf Rekordzeiten aus sind.

Der Captiva bietet denen den guten Überblick aus hoher Sitzposition, viel Raum und ein angenehm anzuschauendes Innenleben, bei dessen Verarbeitung die Koreaner in Zuknft ruhig noch ein bisschen mehr Sorgfalt aufwenden können. Auch für die Sicherheit ist gesorgt mit Airbags rund herum und - endlich - auch mit einem Elektronischen Stabiltätsprogramm (ESP) im Serien-Lieferumfang ab dem Siebensitzer 2.4 LS. Die Anlage stammt übrigens von Continental Teves und enthält auch den Bremsassistenten, die Bergabfahrkontrolle sowie einen Überschlagschutz.

Allerdings ist die Zuladung mit 450 Kilogramm beim kleinen Fronttriebler mit fünf Sitzen und maximal 595 Kilogramm beim Diesel mit sieben Sitzen nicht gerade üppig. Bei einem Kofferraumvolumen von 465 Litern und - mit umgeklappter zweiter und dritter Sitzreihe - von 930 Litern kann das schon einmal eng werden. Eng haben es auf jeden Fall die Passagiere, die in der dritten Reihe sitzen, nachdem die Schwierigkeiten überwunden haben, diese Sitze zu erklimmen. Sind die beiden Sitze hinten mit jeweils einem Griff hochgeklappt, bleibt dahinter nur noch Platz für zwei Aktentaschen.

Der Vierzylinder-Benziner mit 2,4 Litern Hubraum im Captiva 2.4 LS wird nur in Kombination mit einem Fünf-Gang-Schaltgetriebe angeboten. Er leistet 100 kW (136 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmeter (Nm) für eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden. Sein Durchschnittsverbrauch soll bei 9 Litern Super liegen. Der Sechszylinder-Benziner mit 3,2 Litern Hubraum leistet 169 kW (230 PS). Sein maximales Drehmoment liegt bei 297 Nm. Er schafft die 0 auf 100 km/h mit seiner Fünf-Gang-Automatik und Allradantrieb in 8,8 Sekunden und erreicht 204 km/h. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 11,5 Litern. Bei schneller Autobahnfahrt zeigt die Elektronik in der Mittelkonsole dann aber auch schon einmal 15 Liter an.

Überzeugen konnte der Vierzylinder-Diesel mit 2 Litern Hubraum, 110 kW (150 PS) und einem Drehmoment von 320 Nm. Handgeschaltet erreicht er die 100 km/h nach 10,6 Sekunden, mit der Automatik nach 12,2 Sekunden. Er schafft gut 180 km/h und verbraucht im Schnitt 7,4 Liter Diesel (Handschaltung) oder 8,7 Liter Diesel (Automatik).

Der Blick auf die Zahlen bestätigt den Fahreindruck: Die Automatik nimmt den Motoren die Spitze, sie beruhigt - passend zum Gesamtcharakter des Captiva, der sich auch in seiner Karosserieform spiegelt. Sie ist hübsch anzusehen, fällt aber nicht aus dem Rahmen. Der Chevrolet Captiva ist nicht von der Art, die einen Auto-Fanatiker vom Hocker reißt. Aber er passt in die Zeit, in der SUV immer mehr Freunde auch unter denen finden, die beim Auto den Nutzen und die Flexibilität suchen, ohne sich auf HighTech und die so oft zitierten sportwagenähnlichen Fahreigenschaften zu versteifen.

auto-reporter

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