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20.11.2002 (Archiv)

KfV für verstärkte Alkohol-Kontrollen

Jung, männlich, risikobereit - könnte sie heißen, die typische Beschreibung eines Alko-Lenkers. Nach wie vor sind alkoholisierte Unfallbeteiligte meist zwischen 15 und 34 Jahre alt und männlich.

Mit 0,5 Promille im Blut ist das Unfallrisiko im Straßenverkehr bereits doppelt so hoch wie bei 0,0 Promille. Das verdoppelte Unfallrisiko stellt sich bei jungen Lenkern zwischen 18 und 20 sogar noch früher ein. In Bezug auf Alkohol geht das Einstiegsalter immer weiter nach unten, das wirkt sich wiederum darauf aus, dass Alko-Lenker immer früher die Straßen unsicher machen.

Im Jahr 2001 gab es 2559 Unfälle mit alkoholisierten Beteiligten auf Österreichs Straßen, 69 Menschen mussten ihr Leben lassen. Wenn sich die Getötetenzahlen von September bis Dezember 2002 genauso entwickeln wie im Vergleichszeitraum des Jahres 2001 so werden im Jahr 2002 insgesamt 83 Getötete zu beklagen sein - Tendenz steigend!

KfV-Chef Thann findet einen drastischen Vergleich: 'Wer sich alkoholisiert hinters Steuer setzt muss damit rechnen Menschen zu töten. Im Jahr 2001 wurden - bildlich gesprochen - 13 unschuldige Familien durch alkoholisierte Lenker ausgerottet - die dabei getöteten Alko-Lenker sind bei dieser Zahl noch nicht miteingerechnet. Es ist definitiv kein Kavaliersdelikt, alkoholisiert Auto zu fahren!' 90 Kinder verunglückten im vergangenen Jahr bei Alkoholunfällen.

Nach Einführung der 0,5 Promille-Regelung vom 6. Jänner 1998 war ein starker Rückgang bei der Anzahl der Alkoholopfer zu verzeichnen. Inzwischen sind die Unfälle aber wieder gestiegen und haben sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Thann: 'Bei der Einführung der 0,5 Promille Grenze wurden flächendeckende Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung durchgeführt, die ein Umdenken in der Bevölkerung und eine Senkung der Unfälle mit sich brachten. Jetzt ist es hoch an der Zeit die Menschen in punkto 'Alkohol am Steuer' wieder wachzurütteln. Wir begrüßen die Verkehrssicherheits-Kampagne des Verkehrsministeriums, weil diese auf provokante Art für eine Sensibilisierung vor allem Jugendlicher sorgen wird.

In Österreich gibt es lediglich eine geringe Chance bei einer Alkoholkontrolle entdeckt zu werden. Unser Ziel soll sein, dass jeder Lenker innerhalb von 3 Jahren zumindest eine Alkoholkontrolle erfährt.'Das Wissen, streng überwacht und gegebenenfalls bestraft zu werden, würde viele Lenker dazu bewegen, entweder nicht zu trinken oder nicht zu fahren. In diesem Zusammenhang weist das KfV darauf hin, dass seit 17.Juli 2002 bei Unfällen mit Personenschaden zwingend ein Alkomattest bei allen Beteiligten Lenkern durchgeführt wird.

Ab 1,2 Promille sind Nachschulungen Pflicht. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass diese verkehrspsychologischen Nachschulungen das Rückfallrisiko gegenüber einer vergleichbaren Kontrollgruppe ohne verkehrspsychologische Betreuung um 50 Prozent senken. Dr. Gregor Bartl, Verkehrspsychologe des KfV, sieht Autofahren als soziale Verantwortung: 'Die wirkliche Gefährdung durch Alkohol für den Straßenverkehr setzt viel früher ein als man glaubt.

Die subjektive Fehleinschätzung wird bei Nachschulungskursen korrigiert. Die Teilnehmer werden überzeugt, dass eine Beeinträchtigung schon da ist, obwohl sie davon eigentlich noch nichts spüren.' Neben der Nachschulung zählen die vom KfV durchgesetzten Maßnahmen Probeführerschein und Mehrphasenausbildung zu den wirkungsvollsten Schritten gegen Alkohol am Steuer.

Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit | www

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