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Test Drive  20.07.2021

Audi RS 3

Die Verbrenner, die die Marke jetzt noch baut, werden die letzten sein, ließ Audi-Chef Markus Duesmann kürzlich verlauten, während er das Ende einer Ära ankündigte. Aber auch die besten.

Ein schönes Beispiel dafür ist der neue Audi RS3, die Hochleistungs-Version des A3, die sich nicht nur von den Vorgängern deutlich absetzt, sondern bei den Fahrleistungen auch von der Konkurrenz.

Glatte 400 PS (294 kW) leistet der von einem Turbolader zwangsbeatmete 2,5-Liter-Reihen-Fünfzylinder; die Leistung liegt von 5600 bis 7000 Umdrehungen in der Minute an. Das maximale Drehmoment von 500 Newtonmetern kann zwischen 2250 bis 5600 Touren abgeerufen werden. Für die Kraftübertragung auf alle vier Räder sorgt ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Nasskupplung.

Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt der RS3 in 3,8 Sekunden, und der Vortrieb wird je nach gewähltem Dynamik-Paket bei 250, 280 oder 290 km/h abgeregelt. Der serienmäßige Klappenauspuff sorgt für adäquate akustische Untermalung, während gleichzeitig die schärfsten Lärmvorschriften eingehalten werden.

Zu den interessantesten technischen Details gehört der so genannte Torque Splitter, der das Hinterachs-Differential ersetzt. Per elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung an beiden hinteren Antriebswellen wird das Drehmoment variabel verteilt. Mit dieser aktiven Momentenverteilung kann auf den sonst üblichen elektronischen Bremseingriff verzichtet werden, die Agilität steigt deutlich. Und es lässt sich sogar – je nach gewähltem Fahrmodus – eine übersteuernde Charakteristik erzielen, mit der Drifts erleichtert werden.



Wie ernst es die Audianer mit dem RS3 meinen, das beweisen auch weitere Dynamik-Optionen wie die erstmals verfügbaren Semi-Slick-Reifen des Baumusters Pirelli P Zero Trofeo R und das RS-Sportfahrwerk mit gegenüber dem A3 und S3 stärker negativem Sturz und modifizierten Hardware-Komponenten. Gegen Aufpreis gibt es eine aktive Dämpfer-Regulierung.

Die Reifenpaarung ist wie beim Vorgänger vorne breiter als hinten: Die RS-spezifischen 19-Zoll-Räder kommen in der Größe 265/30 vorn und 245/35 hinten. Und die beim Vorgänger erst mit viel Aufhebens eingeführte, dann jedoch sang- und klanglos gestrichene optionale Keramikbremse kehrt triumphierend zurück.

Der hohe Anspruch des neuen Audi RS3, den es sowohl mit Steilheck (Sportback) als auch mit Stufenheck gibt, manifestiert sich stilistisch in eigenständigen Front- und Heckschürzen sowie einer exklusiven Licht-Inszenierung. Der vorderen Radhäuser sind deutlich ausgestellt. Und im Innenraum gibt es nicht nur hervorragende Sportsitze, sondern auch eine besondere Instrumentierung mit ausgesprochen futuristischer Graphik.

Die massiven Änderungen sind umso überraschender als die Audi Sport GmbH mit ihrem zuletzt vorgestellten Modell, einer RS-Variante des Elektroautos e-Tron GT, weitgehend auf eigenständige Komponenten verzichtet hat und sich auf Software-Modifikationen beschränkt hat.

Und so darf man den neuen Audi RS3 zwar nicht als billig, aber dennoch geradezu als Sonderangebot bezeichnen: Für rund 60.000 Euro gibt es vermutlich nirgendwo sonst eine derart überlegene Kombination aus Fahrspaß und Praktikabilität. Und so darf man auch bezweifeln, dass es sich bei ihm – aller Ankündigungen zum Trotz – um den letzten seiner Art handeln wird.

ampnet/red

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#Audi #Sportwagen



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