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Test Drive  12.04.2017 (Archiv)

Mercedes-Benz GLA im Test

Die Nachfolge-Architektur ist bereits angekündigt, doch Mercedes-Benz legt bei der aktuellen Plattform noch einmal nach – mit einem leichten Facelift des Crossover-Modells GLA, das mit optischen Änderungen und einigen Technik-Updates startet.

Man muss schon etwas genauer hinsehen, um die Änderungen zu erkennen, die den GLA des neuen Jahrgangs zieren. Dazu zählen neugestaltete Stoßflächen vorn und hinten; die bisher angebotenen optionalen Bi-Xenon-Scheinwerfer weichen nun LED-Strahlern. Offroad-Aficionados wiederum freuen sich über den 'Unterfahrschutz in Baggerzahnoptik'.



Im Interieur gibt es neue Stoffe und Materialien – und eine Auswahl von Dekorleisten, die sich aus einem reichen Materialfundus bedienen. Da gibt es schnöde Carbon-Optik, auf weichen Kunststoff aufgeprägt; echtes Aluminium oder Kohlefaser-Verbundstoff; beim AMG gibt es einen Mikrofaser-Stoff, und es kann zwischen den Holzsorten Esche, Pappel oder Wurzelnuss ausgewählt werden. Das alles ist ausgesprochen sauber und hochwertig verarbeitet, und von eigenständigem Charakter. Wo die Erzeugnisse aus dem VW-Konzern kantig-kühl auftreten, spielt der GLA den Charme weicher und harmonischer Formen aus.

Höher als seine Schwestermodelle, die A- und B-Klasse und der CLA, liegt der GLA ohnehin; mit dem optionalen Offroad-Fahrwerk, einem von drei verfügbaren Fahrwerken, wächst die Bodenfreiheit nochmals um 3 cm. Außerdem hat Mercedes-Benz bei diesem Fahrwerk die Software angepasst, um auch mit besonders schlechten und rutschigen Bodenverhältnissen fertig zu werden. Bei einem Ausflug ins Offroad-Gelände konnten wir uns davon überzeugen, wie eindrucksvoll das Allradsystem auch mit extremen Unebenheiten zurechtkommt; der GLA kann weitaus mehr, als ihm 99 Prozent der Kundschaft jemals zumuten werden.



Prinzipiell sind alle GLA-Versionen straff-komfortabel ausgelegt. Die Lenkung ist ungewöhnlich präzise, und ein so sportliches Fahrverhalten hätte man der Marke vor wenigen Jahren noch nicht zugetraut.

Bei der sportlichsten Variante muss der Kunde übrigens auf das optionale Offroad-Fahrwerk verzichten: Die Rede ist vom Mercedes-AMG GLA45 4Matic. Die Domäne dieser 381 PS starken Allrad-Version ist die Autobahn und die Rennstrecke, und die Affalterbacher AMG-Ingenieure haben das Fahrwerk ist im Interesse eines tieferen Schwerpunkts sowie einer besseren Aerodynamik deutlich tiefergelegt. Denn dieser GLA stürmt nicht nur in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, er läuft auch glatte 250 km/h schnell. Mit dem optionalen Driver's Package sind sogar 270 km/h möglich.

Je nach gewähltem Fahrmodus wird die enorme Leistung entweder diskret geliefert oder mit einem unüberhörbaren Auspuffkonzert untermalt. Dann erinnert dieser praktische, kompakte und durchaus komfortable Crossover nicht nur entfernt an die Boliden, mit denen Mercedes-Benz seit Jahren die Formel 1 dominiert.

Das Modellprogramm des GLA zeichnet sich durch eine große Spreizung aus: Die Ottomotoren-Palette besteht aus zwei 1,6-Liter-Motoren mit 122 PS (GLA 180) oder 156 PS (GLA 200) sowie aus zwei Mercedes-2,0-Liter-Motoren mit 184 PS (GLA 220) und 211 PS (GLA 250) und dem bereits erwähnten AMG-Hochleistungsmotor mit ebenfalls 2,0 Litern Hubraum und 381 PS im AMG GLA45. Bei den Dieselmotoren steht ein 1,5-Liter-Motor mit 109 PS (GLA 180d) sowie zwei 2,1-Liter-Motoren mit 136 PS (GLA 200d) bzw. 177 PS (GLA 220d) zur Auswahl.

Bei den 180er- und 200er-Modellen sowie beim GLA 250 ist ein exaktes Sechs-Gang-Handschaltgetriebe Serie, bei allen anderen Varianten ist die Lenkradautomatik mit sieben Gängen, die nach dem Doppelkupplungs-Prinzip arbeitet, obligatorisch. Lediglich im AMG sitzt der Automatik-Wählhebel auf der Mittelkonsole – dort, wo bei den anderen Automatik-Modellen ein Ablagefach untergebracht ist.

Das Konkurrenzumfeld wächst, der Wettbewerb bei den kompakten Allradlern wird härter: Bei den einheimischen Herstellern sind es Audi Q3, BMW X1, Ford Kuga, Opel Mokka und VW Tiguan, die um die Kundschaft buhlen; aus dem Ausland kommt weitere Konkurrenz in Form von Wettbewerbern wie dem Infiniti QX30 - der mit dem GLA übrigens teilweise baugleich ist. Doch mit den Änderungen zum aktuellen Baujahr dürfte es dem kompakten Crossover von Mercedes-Benz nicht schwerfallen, seine Spitzenposition beizubehalten.

ampnet/red

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#Mercedes #SUV #Facelifting #Test



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