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Auto.At Auto-News
22.08.2001 (Archiv)

Studie sieht Autoindustrie als Zukunftsbranche Nr.1

Laut einer Untersuchung wird das Auto der Technologie- und Wirtschaftsmotor der Zukunft sein.

Nach den Dekaden der Informationstechnologie und der Kommunikationstechnik bricht nun das Jahrzehnt der Automobilindustrie an, heiß es in einer Studie der HypoVereinsbank und der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting.

Überkapazitäten, Verkaufsrückgänge, einbrechende Renditen, niedrige Aktienkurse und Sanierung würden bald der Vergangenheit angehören. Die Prognose gelte allerdings nur für die Unternehmen, die technologisch und regional mithalten können. In der Branche, die derzeit etwa 2.450 Mrd. Euro umsetzt, werde es zur massiven Konsolidierung kommen. Von den derzeit rund 15 größten Fahrzeugherstellern sehen die Analysten bis 2010 Überlebenschancen für nur noch sechs bis zehn Konzerne. Das Wachstum der nächsten zehn Jahre werde in erster Linie in Asien, Osteuropa und Südamerika stattfinden. Wer hier keine Kapazitäten und Kompetenzen aufbaut, wird nicht überleben, lautet die Prognose. Noch dramatischer sieht der Untersuchung zufolge die Situation bei den Zulieferern aus. Von derzeit insgesamt 5.500 würden rund 2.000 bis zum Jahr 2010 vom Markt verschwinden.

Experten zufolge werden Autos in den nächsten zehn Jahren etwa 30 Prozent leiser und der Flottenverbrauch um gut 15 Prozent niedriger. Der Ausstoß an Schadstoffen werde dank neuester Motoren und Katalysatoren nur noch 1/1000 dessen betragen, was noch vor drei Fahrzeuggenerationen Stand der Technik war. Die Brennstoffzelle werde jedoch noch etwa zehn bis 15 Jahre auf sich warten lassen, so die Studie. Bis dahin würden Kleinstserien die neue Technologie testen. Insgesamt werde der Anteil alternativer Antriebskonzepte (Gas, Elektro, Brennstoffzelle) bis zum Jahr 2010 jedoch nur zehn Prozent betragen, hieß es.

Die Untersuchung sagt Elektrik, Elektronik und Software glänzende Chancen voraus. Diese Branchen werden Mechanik und Hydraulik im Fahrzeug zurückdrängen und damit zur Schlüsseltechnologie im Fahrzeugbau aufsteigen, so die Analysten. Der Elektronik- bzw. Software-Anteil werde im Schnitt von derzeit 22 Prozent (2.250 Euro) auf 35 Prozent (3.870 Euro) der Fahrzeugherstellungskosten steigen. In nur zehn Jahren sieht die Studie dieses Marktvolumen insgesamt um 115 Prozent auf 270 Mrd. Euro steigen.

Auch neue Erkenntnisse aus der Bionik werden den Fahrzeugbau revolutionieren, hieß es in der Analyse. Nanochrome Werkstoffe im Autolack etwa erlauben, die Farbe ähnlich einem Chamäleon anzupassen. Eine Spezialbeschichtung auf Lack und Scheiben lässt Schmutz wie bei Lotusblättern abgleiten. Die Haftung von Winterreifen wird durch Profile verbessert, die von Eisbärentatzen kopiert wurden. Einen ständigen Wettbewerb zwischen den Fertigungstechnologien sagen die Analysten vor allem zwischen deutschen und japanischen Herstellern voraus.

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