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Marken & Modelle  05.09.2018

Mercedes-Benz EQC

Ein Vorgriff auf die Zukunft ist der Mercedes-Benz EQC gleich mehrfach: Dieses batterieelektrische SUV ist das erste Modell der neuen Elektromobilitäts-Marke EQ. Der EQC ist damit auch der erste elektrische Mercedes-Benz, der in Serie gebaut werden wird.

Und nach der Ankündigung auf dem Pariser Automobilsalon 2016 greift nun die erste Präsentation des Neuen ungewöhnlich weit in die Zukunft; denn er soll erst Mitte 2019 beim Handel stehen. Natürlich soll der EQC in Sachen Qualität, Sicherheit und Komfort als der Mercedes-Benz unter den Elektrofahrzeugen antreten, was sich eigentlich aus dem Selbstbild der Marke versteht. Hingestellt haben sie das vermutlich beste Elektroauto der Gegenwart. Doch beantwortet der Neue auch die Frage nach der Reichweite angemessen? Ola Kallänius, Entwicklungs-Vorstand, legte bei seiner Vorstellung der Technik des EQC Wert auf die Feststellung, in der Praxis spiele die Reichweite eine geringere Rolle als in der Diskussion. In den noch nicht endgültigen technischen Daten werden mehr als 450 Kilometer nach dem NEFZ-Zyklus für Elektrofahrzeuge genannt. Power gibt es auch. Der Elektromotor an der Vorderachse und der an der Hinterachse entwickeln immerhin viel Kraft auch für einen 2,5-Tonner.

Seine Proportionen, die gestreckte Dachlinie und die Scheibengrafik mit tief positionierter Bordkante und dem coupéhaften Dacheinzug am Heck und die großen Räder (19 Zoll bis 21 Zoll) positionieren ihn als SUV, aber als eines mit Coupé-Zügen ums Heck. Prägnantes Merkmal der Front ist die Fläche in glänzendem Schwarz (Black Panel), die den Grill umschließt und die Scheinwerfer verdeckt. Den oberen Abschluss bildet eine Lichtleiter als optische Verbindung zwischen den Tagfahrlicht-Fackeln. Bei Nacht entsteht hier ein horizontales Lichtband, das sich am Heck in Rot wiederholt. Farbliche Kontrastelemente zeigen die Zugehörigkeit zur neuen EQ-Familie: blaue Streifen auf schwarzem Grund und ein blauer Multibeam-Schriftzug. Alles sehr rund, freundlich und modern, aber nicht das visionäre Design, dass wir nach Paris 2016 erwartet hatten: noch ein SUV, wenn auch ein gut aussehendes.



Auch im Innenraum will sich der EQC als Vorreiter einer avantgardistischen Elektro-Ästhetik profilieren. Beispiele dafür sind der „Kragen“ der Instrumententafel, der an die Kühlrippen eines Hi-Fi-Verstärkers erinnert und das breite, aufgesetzte digitale Display. In der Summe ergibt sich ein fahrerorientiertes Cockpit in futuristischer Optik in einer sachlich-modernen Umgebung, bei der einfache Formen und neue, besonders grifffreundliche Materialien den Charakter bestimmen.

Der EQC tritt mit dem komplett neu entwickelten System mit je einem kompakten elektrischen Antriebsstrang (eATS) an Vorder- und Hinterachse an. Damit bietet der EQC die Fahreigenschaften eines Allradantriebs, denn die Drehmomente können – je nach Bedarf – bis zu 100 Prozent zwischen vorn und hinten verschoben werden. Zur Verringerung des Stromverbrauchs und zur Steigerung der Dynamik sind die beiden elektrischen Achsen unterschiedlich ausgelegt: Die vordere E-Maschine ist für den schwachen bis mittleren Lastbereich auf bestmögliche Effizienz optimiert, die hintere bestimmt die Dynamik. Zusammen bringen sie die Leistung von 408 PS (300 kW) auf die Straße, das maximale Drehmoment beider E-Maschinen beträgt zusammen 765 Newtonmeter. Trotzdem herrscht im Innenraum natürlich ungewöhnliche Stille.

Die Lithiumionen-Batterie hat nach NEFZ einen Energieinhalt von 80 kWh. Der Verbrauch und damit die Reichweite hängen auch beim batterieelektrischen Fahrzeug sehr stark von der Fahrweise ab. Der EQC unterstützt seinen Fahrer bei der Suche nach dem für ihn passenden Stil durch die fünf Fahrprogramme „Comfort“, „Eco“, „Max Range“, „Sport“ und eine individuell anpassbare Fahrstufe. Außerdem kann der Fahrer die Stärke der Rekuperation über Schaltwippen hinter dem Lenkrad beeinflussen. Wer die stärkste Rekuperationsstufe wählt, gewinnt nicht nur über die beiden als Generator arbeitenden Achsen am meisten Energie zurück, er spart auch bei den Bremsen. Bei dieser Einstellung werden sie so gut wie nie aktiv werden müssen. Ein „ECO-Assistent“ hilft beim vorausschauenden Fahren durch Hinweise, wann der Fuß vom Fahrpedal genommen werden kann. Dafür werden Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Intelligenten Sicherheits-Assistenten (Radar und Stereokamera) genutzt.



Der EQC verfügt über einen wassergekühlten On-Board-Lader (OBL) mit einer Leistung von 7,4 kW (10 PS) und ist damit für das Wechselstrom-(AC-) Laden zu Hause und an öffentlichen Ladestationen vorbereitet. Bis zu dreimal schneller als an einer Haushaltssteckdose erfolgt das Laden an einer Mercedes-Benz-Wallbox. Und noch schneller geht es über Gleichstromladen – beim EQC serienmäßig – zum Beispiel via CCS (Combined Charging Systems) in Europa und den USA sowie „CHAdeMO“ in Japan oder GB/T in China. Der EQC lädt mit maximal 110 kW in etwa 40 Minuten bis zur Ladehöhe von 80 Prozent.

Das Multimediasystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) wird um EQ-spezifische Inhalte wie die Anzeige von Reichweite, Ladezustand und Energiefluss ergänzt. Das System ermöglicht außerdem eine optimierte Navigation. Fahrprogramme, Ladestrom und Abfahrtszeit lassen sich ebenfalls über MBUX einstellen. „Mercedes me“ bietet weitere Dienstleistungen wie zum Beispiel die Steuerung der Vorklimatisierung. Die für den EQ optimierte Navigation legt bei der Berechnung die schnellste Route unter Berücksichtigung der kürzesten Ladezeit zugrunde. Außerdem reagiert die Routenplanung dynamisch auf Änderungen. Über die Mercedes-me-App können Kunden Ladestationen finden und bekommen über Mercedes-me-Charge Zugang zu Ladesäulen zahlreicher Anbieter, auch über Landesgrenzen hinweg.

Der EQC verfügt über die jüngste Generation der Fahrassistenz-Systeme von Mercedes-Benz. Auch bei der passiven Sicherheit erfüllt er höchste Anforderungen: Neben dem gewohnt umfangreichen Crashtestprogramm gelten bei Mercedes-Benz für die Batterie und für alle Bauteile, die Strom führen, weitere strenge Sicherheitsvorgaben, über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. So wurde die Fahrzeugstruktur an die besonderen Anforderungen der elektrischen Komponenten und der Batterie angepasst. Ein Hilfsrahmen umschließt die im Vorderwagen untergebrachten Antriebskomponenten. Die Batterie selbst wird unter dem Fahrzeugboden von einem stabilen Rahmen umschlossen, der Energie aufnehmen kann. Das Hochvolt-System schaltet sich bei einem Unfall ab. Zusätzlich sind Trennstellen vorgesehen, an denen Rettungskräfte das System abschalten können.

Mercedes-Benz ist nun auf dem besten Weg zu zeigen, dass Fahrleistungen, Sicherheit und Komfort von Elektroautos auch dem Anspruch der typischen Daimler-Kunden entsprechen können. Aber selbst die Reichweite von (theoretisch) mehr als 450 Kilometern macht aus dem EQC noch keine Dauer-Langstrecken-Reiselimousine. Auch wenn die Batterien besser und die Reichweite damit größer werden wird, bleiben die Fragen: Ist es eigentlich sinnvoll, 650 Kilogramm Batterie durch die Gegend zu fahren? Haben wir bisher nicht akzeptiert, dass geringes Gewicht eines der Entwicklungsziele der Automobilentwickler ist, weil das den Energieverbrauch senkt?

Autos wie der EQC und die kommenden Modelle anderer Hersteller mit noch mehr Leistung zeigen, dass die Batterie nicht mehr als eine Übergangstechnologie zu einer sinnvollen Technologie der Zukunft sein kann. Den klimaschädigenden ökologischen Fußabdruck der heutigen Elektroautos im Blick, muss die Lösung zu großen Teilen im Wasserstoff als Energiespeicher für die Elektromobilität der Zukunft liegen – jedenfalls auf der Langstrecke. Die Domäne der Batterie kann in Deutschland die Kurzstrecke werden, überall dort, wo lokal emissionsfreier Verkehr gefordert wird.

ampnet/red

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#Mercedes #Elektroauto #Stromer #SUV


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