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Golf 7 Facelift für 2017

Wenn Volkswagen 2017 den VW Golf VII Facelift als Ausblick auf den Golf VIII auf die Straßen bringt, dann ist der Wagen einer großen Tradition verbunden. Die radikale Änderung steht also sicher nicht vor dem Golf 8 auf dem Programm.

Jeder neue Golf ist ein Balanceakt zwischen Bewahrung und Innovation. Auch das Facelift, das jetzt in Wolfsburg von der siebten Generation des Volkswagen Golf vorgestellt wurde, hält sich an diese Tradition. Die Optik zeigt nur wenig Kosmetik, technisch schließt der Bestseller zu Konzern-Vettern auf, die dank der Gnade der späten Geburt verschiedene Assistenzsysteme schon haben.



Ein positiv gestimmtes Umfeld nützt einer Produkt-Platzierung, das weiß jeder, der etwas verkaufen will, doch leider kann Volkswagen derzeit darauf nicht bauen. Umso treffsicherer muss der „neue Golf“ sein, der mit der Weltpremiere am Donnerstag in Wolfsburg in die zweite Lebenshälfte geht. Zuletzt hatte Wolfsburgs Cash-Cow in Deutschland an Boden verloren. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren die Zulassungen leicht rückläufig und es wundert auch nicht, dass der Dieselanteil am Gesamtvolumen um einige Prozentpunkte schrumpfte.

Da trifft es sich gut, dass Volkswagen für die Aufführung der Premiere die schlichte Professionalität über die bombastische Inszenierung von einst stellte. Wurde für die Vorstellung der siebten Generation noch die Neue Nationalgalerie in Berlin ausgeräumt und zum Schauplatz erhoben, genügte diesmal ein Veranstaltungssaal auf dem Wolfsburger Werksgelände. Und ebendort waren auch die Video-Einspieler für die Präsentation entstanden, wohingegen das Kamerateam sonst gern mal die wärmende Sonne Arizonas oder Nevadas zum Filmen nutzte.

Aus VW-Sicht wäre es wünschenswert, wenn die neue Bescheidenheit dem immer noch bestverkauften deutschen Automobil zugute käme, denn mit dem Update finden technische Innovationen in die Baureihe Eingang, für die der Kunde nahezu ausnahmslos extra zur Kasse gebeten werden soll. Assistenzsysteme „aus der Oberklasse“, so der Slogan, sind zwar nun auch für den Golf verfügbar, doch natürlich nicht zum Nulltarif. Was gratis an jedem Golf des Jahrgangs 2017 anders ist, kann schnell aufgezählt werden: Neu akzentuierte Lufteinlässen, eine modifizierte Scheinwerfergrafik sowie in die Heckschürze eingelassene Auspuff-Endrohre – damit hat es sich im Grunde schon. Nicht sichtbar, aber ebenfalls neu ist der Radarsensor hinter dem VW-Logo am Kühlergrill.

Mehr Veränderung bietet das großzügig überarbeitete Cockpit, wo das zentral im Blick des Fahrers oder der Fahrerin gelegene digitale Cockpit die Aufmerksamkeit bindet. Der vielfältig programmierbare Bildschirm mit diversen Anzeige-Optionen ersetzt auf Wunsch die klassische Uhrensammlung. Zur Entschlackung des Angebots von Schaltern und Knöpfen dient, dass zahlreiche Funktionen, die einst mittels Tasten und Drückern gesteuert wurden, künftig über die Menüs des großen Touchscreen aktiviert werden. Der weist beim größten Exemplar stolze 12 Zoll Monitor-Diagonale auf. Bei der visuellen Rezeption von Inhalten wird sich also niemand umstellen müssen, möglicherweise aber darin, wie die Unterhaltungen zwischen den vorderen Insassen zu führen sind. Noch ist jedenfalls nicht entschieden, ob die Erfindung der Gestensteuerung zum Funktionsabruf ein Fortschritt oder ein Irrweg ist.



Sie ist Bestandteil des runderneuerten Golf-Pakets und kommt optional mit dem Infotainment-Sytem „Discovery Pro“ ins Auto. Erweiterte Online-Services bis hin zu aktuellen Spritpreis-Informationen am Rande der Route werden Wirklichkeit. Wie ein unerwünschter Nebeneffekt der Gestensteuerung beseitigt werden kann, ist allerdings noch nicht raus. Bekanntlich haben manche Zeitgenossen die Angewohnheit, ihren Aussagen durch Hand- und Armbewegungen Nachdruck zu verleihen, was dann zu unbeabsichtigtem Senderwechsel beim Radioempfang oder anderen Folgen führen kann.

So oder so: Die verfügbaren elektronischen Segnungen, seien es LED-Scheinwerfer, virtuelles Cockpit oder Stau-Assistent, der bis 60 km/h teilautonom fahren kann, werden umfangreich erweitert. Laut Markenchef Herbert Diess ist die technische Aufrüstung nicht zuletzt ein Mittel, die „großen Herausforderungen“ zu stemmen. Zu allererst müsse man „das Vertrauen der Menschen zurück gewinnen“. Seiner Beobachtung macht die Marke dabei „gute Fortschritte auf dem Weg aus der Krise“. Die Vorstellung des SUV-Modells Atlas jüngst in den USA habe man „die Wende in den Vereinigten Staaten eingeleitet“.

Entwicklungschef Frank Welsch war es vorbehalten, dem Publikum weitere technische Finessen zu präsentieren. So wird das Motorenprogramm um einen 1,5 Liter großen Vierzylinder-Motor ergänzt, dessen Gemisch direkt eingespritzt und mittel Turbolader auf Druck gebracht wird. Er wird in den Leistungsstufen 96 kW / 130 PS und 110 kW /150 PS zu haben sein und in beiden Varianten weniger als fünf Liter Sprit je 100 Kilometer verbrauchen. Anspruchsvoll an diesem Triebwerk ist nicht nur die Tatsache, dass es über eine Zylinderabschaltung verfügt, sondern auch, dass der Turbolader mit verstellbaren Schaufeln, der so genannten variablen Turbinengeometrie (VTG) arbeitet. Sie ermöglicht Druckaufbau bereits bei geringem Abgasstrom. Bisher war Porsche die einzige Marke, die für Ottomotoren die VTG anbieten konnte. Laut Frank Welsch soll der Motor bis zu einen Liter Sprit weniger je 100 Kilometer als vergleichbare Aggregate verbrauchen.

Mit einer kräftigen Ausholbewegung ist der ganze Golf-Parcours renoviert worden, der er e-Golf ebenso wie der Variant, der GTI und der GTE. Die sportliche Ikone, der GTI, erhält in der Performance-Version einen Leistungszuschlag auf 245 PS. Die alternativen Antriebe, so VW, hätten ebenfalls Fortschritte zu bieten. So kann der GTE-Hybrid jetzt bis zu 50 km elektrisch fahren, der Elektro-Golf sogar 300 Kilometer weit – dank einer neuen Batterie.

ampnet/red

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#VW #Volkswagen #Golf #2017 #Facelifting


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