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12.09.2002 (Archiv)

Achtung Wildtiere

Richtiges Reagieren ist bei einer Begegnung mit Wildtieren für Kraftfahrer lebenswichtig. Je näher der Herbst rückt, desto größer wird die Gefahr in einen Wildunfall verwickelt zu werden.

Richtiges Fahrverhalten kann aber das Risiko vermindern. Besonders in den Morgenstunden und abends kommt es häufger zu Wildunfällen, weiters birgt die Dämmerung besondere Gefahren in sich. Deshalb sobald ein Verkehrszeichen 'Wildwechsel' anzeigt, die Geschwindigkeit reduzieren.

Sollte es zu einem Wildunfall kommen, so ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern und unverzüglich die Exekutive zu verständigen. Bei einem Wildschaden besteht Verständigungspflicht, so die ARBÖ-Verkehrsjuristen. Wer die Meldung nicht unverzüglich vornimmt, riskiert eine Bestrafung wegen Fahrerflucht, es handelt sich nämlich um einen Verkehrsunfall mit Sachschaden. Der Unfall darf nicht verschwiegen werden, das tote Tier darf man nicht mitnehmen. Hat man eine entsprechende Kaskoversicherung, so ist auch diese vom Vorfall sofort zu verständigen. Polizei oder Gendarmerie stellen die für die Versicherungsmeldung notwendige Bestätigung über den Wildschadenunfall aus.

Übrigens: Wer über einen ARBÖ-Europa-Sicherheits-Pass verfügt, dem werden seitens des ARBÖ bei einer Kollision mit Haar- oder Federwild Reparaturkosten beziehungsweise der Kasko-Selbstbehalt zu 80 Prozent (maximal EUR 600,-) ersetzt. Voraussetzung: Unverzügliche Besichtigung des beschädigten Fahrzeuges in einem ARBÖ-Prüfzentrum, Vorlage der behördlichen Meldebestätigung im Original.

Die Hauptursache für einen Wildunfall ist zumeist unangepasstes Tempo. Auf Straßen mit Wildwechsel ist bereits eine Geschwindigkeit um oder über 80 km/h zu hoch. Denn die Wucht, mit der das Tier gegen ein zu schnell fahrendes Auto prallt, kann für den Kraftfahrer fatale Folgen haben. So schlägt zum Beispiel ein Hase bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h mit einem relativen Gewicht von 125 Kilogramm auf. Ein 20 Kilo schweres Reh entwickelt ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne.

Ein nicht zu unterschätzender Grund für Wildunfälle ist die Unkenntnis über das Verhalten der Tiere. Die meisten Wildtierarten treten in Rudeln auf. Ein Autofahrer, vor dem beispielsweise ein Reh die Straße kreuzt, muss damit rechnen, dass diesem weitere folgen. Außerdem muss er sich im klaren sein, dass erschrecktes Wild nicht unbedingt den kürzesten Weg über die Fahrbahn wählt, sondern vor dem fahrenden Fahrzeug herflüchten kann. Es ist auch möglich, dass ein bereits gewechseltes Reh in seiner Verstörtheit wieder auf die Fahrbahn zurückspringt. Und es ist möglich, dass ein vom Scheinwerferlicht geblendetes Tier plötzlich auf der Fahrbahn stehen bleibt.

Richtiges Verhalten bei einer Begegnung der 'tierischen Art':

  • Beachten Sie unbedingt die Wildwechsel-Warnschilder, die an besonders gefährdeten Stellen aufgestellt sind. Fahren Sie dort, in waldreichen Gegenden oder auf wenig befahrenen Nebenstraßen vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit.
  • Denken Sie beim Auftauchen von Wild an dessen typische Verhaltensweisen und stellen Sie sich darauf ein.
  • Wenn Wild die Straße quert, Abblendlicht einschalten und mehrmals kurz hupen. Vermeiden Sie unbedingt, das Fernlicht einzusetzen. Das Wild wird dadurch irritiert und unterbricht dann mitten auf der Fahrbahn seine Flucht.
  • Wechselt Wild über die Straße, beachten Sie beim Bremsen auch den rückwärtigen Verkehr.
  • Sehen Sie Wild, das sich in unmittelbarer Nähe zur Straße aufhält, rechnen Sie damit, dass das Tier aufschreckt und plötzlich auf die Fahrbahn springt.
  • Ein Tier kommt selten allein über die Straße, rechnen Sie mit 'Nachzüglern'.

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